In den Bildungseinrichtungen (Kindergarten, Grundschule, Sekundarstufe, Berufsausbildung) soll eine Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt werden. Ganz im Sinne der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die von der Vollversammlung der Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufen wurde.
Dies heißt für uns konkret (auch für die Aus- und Weiterbildungen sowie Kursangebote):
- Nachhaltigkeit des Lernumfeldes:
- Das Umfeld in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, soll ökologisch, sozial und wirtschaftlich so nachhaltig wie möglich gestaltet sein, damit direkte Erfahrungen gesammelt werden können.
- Im sozialen Bereich heißt dies z.B., dass in der Schule wöchentliche Schulversammlungen abgehalten werden, in denen Schüler und Pädagogen gleichberechtigt über Probleme sprechen und gemeinsame Regeln aufstellen.
- Nachhaltigkeit der Lerninhalte:
Den Kindern des Kindergartens, den Schülern der 1. bis 12. Klasse und den Erwachsenen soll umfangreiches, fächerübergreifendes Material zum Thema nachhaltige Entwicklung angeboten werden. Einen wesentlichen Lerninhalt stellt für uns der respektvolle Umgang mit der Natur, den Tieren und den Menschen dar. - Nachhaltigkeit der Lernmethode:
Durch die „Pädagogik vom Kinde aus“ – gemäß Maria Montessoris („Hilf mir, es selbst zu tun“) und anderer Reformpädagogen – ist gewährleistet, dass die Lerninhalte nachhaltig aufgenommen werden. Dieser pädagogische Ansatz wird auch auf die Arbeit mit Erwachsenen übertragen. Beziehung statt Erziehung!
Das praktische Lernen ist ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lernens. Das wahrhaftige Erleben, eng verbunden mit dem eigenen Fühlen und Wollen, sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern, gibt die Garantie für wirkliches Verstehen. Dabei ist das Lernen von Praktikern in den Werkstätten etc. etwas ganz Besonderes, es ist lebendig, interessant, authentisch und dadurch überzeugend. Die Einbettung der Schule in ein konkretes Lernfeld soll eine enge Verbindung zwischen Bildung und gelebter Kultur schaffen. Wir holen das Leben in die Schule und die Schule ins Leben!
Die Kinder haben die Möglichkeit, sich mit einer selbst gewählten Aufgabenstellung allein oder in kleinen Gruppen über einen längeren Zeitraum zu befassen. Durch diese Projekte lernen sie, sich eigene Ziele zu setzen, ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, aber auch Herausforderungen anzunehmen, durch Schwierigkeiten hindurchzugehen, im Team zu arbeiten und die Ergebnisse vor der gesamten Schulgemeinschaft zu präsentieren.
Mittels exemplarischen Lernens ist es den Kindern möglich, in ein Thema, wie z.B. das Mittelalter, vollständig einzutauchen. Auf diese Weise können komplexe Zusammenhänge in allen Facetten (Essen, Kleidung, Künste, Rechtssystem etc.) und mit allen Sinnen aufgenommen und begriffen werden.
Auch mit dem Thema Nachhaltigkeit werden sich die Kinder exemplarisch befassen. Sie werden anhand von konkreten Aufgabenstellungen selbst Produkte oder Arbeitsabläufe im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten und dabei eigene Nachhaltigkeitskriterien entwickeln.
Mit Hilfe dieser Lernmethoden ist es möglich das Lernen zu lernen, eine Kunst die ein Leben lang von Nutzen ist.
Der Lebensgarten stellt den idealen Ort für eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ dar, da es hier Kindern und Erwachsenen nicht nur möglich sein wird, etwas über nachhaltige Entwicklung zu lernen, sondern auch nach diesen Prinzipien zu leben. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine Lernmethode, mit der Wissen nachhaltig/dauerhaft aufgenommen wird.
Über den Kontakt zu den im Lebensgarten arbeitenden Erwachsenen ist für die Kinder das interessengeleitete Kennen lernen einer Vielzahl von Berufsfeldern möglich. Besonders die Jugendlichen in der Sekundarstufe lernen in den gewerblichen Zusammenhängen zunehmend eigenverantwortlich zu wirtschaften. Geplant ist die Schaffung von „thematischen Höfen“. So könnte ein „naturwissenschaftlicher Hof“ aus Lernräumen, Wohngebäuden, Kuhställen, einer Scheune und der Energieversorgungsanlage bestehen – der „geisteswissenschaftliche Hof“ beispielsweise aus einer Druckerei, verschiedenen fremdsprachlichen Bereichen für die Schüler und Wohngebäuden. Ausbildungsplätze sind ebenfalls beabsichtigt.